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Der Trauermarsch von Bad Nenndorf “demokratische“ Befreiung - gestern und heute
Dieses Jahr am 01. August nähert sich der vierte Trauermarsch durch den niedersächsischen Kurort Bad Nenndorf, bei Hannover. Das Motte dafür lautet: Gefangen - Gefoltert - Gemordet! Damals wie heute - Besatzer raus!
Hintergrund:
Niedersachsen zählte zur britischen Besatzungszone. Am 01. April 1945 wurde die Kleinstadt von den Briten übernommen und sofort begannen die Besatzer viele hundert Einwohner zu vertreiben und beschlagnahmten deren Eigentum. Den Einwohnern wurde eine Frist von 90 Minuten gegeben, um sich zu nehmen, was sie konnten und anschließend ihr Heim zu verlassen. Wer der Aufforderung nicht nachkam, dem drohten harte Strafen. Kurz darauf bekam Bad Nenndorf den Titel „Das verbotene Dorf“, weil eine Sicherheitszone um den Ort herum gebildet wurde und es nur bestimmten Personen gestattet war, diese zu betreten. Im Ortskern befindet sich das Wincklerbad, welches dem britischen Geheimdienst unterstellt und zum alliierten Folterzentrum umfunktioniert wurde. Dort drinnen wurden Deutsche zusammengefasst, die dem britischen Nachrichtendienst von Interesse sein konnten.
Folter:
Eine Methode der Folter war lange Isolationshaft. Zu den Techniken gehörten aber auch beispielsweise Aushungern bis zum Tode (die Gefangenen bekamen nur kleine Rationen, die für einen Menschen nicht ausreichen, Schläge (mit Hilfe aller möglichen Prügelinstrumente), Streichhölzer unter die Fingernägel treiben, Zerquetschen der Hoden oder Schlafentzug (es wurden systematische Versuche unternommen die Gefangenen wach zu halten, wie alle 15 Minuten gegen die Zellentür trommeln). Die britischen „Befreier“ schreckten auch nicht davor zurück den Gefangenen mit der Ermordung der Familienangehörigen zu drohen. Die Gefangenen mussten im Winter ihre Kleidung ablegen, die anschließend mit Dreckwasser übergossen wurde und die die Gefangenen danach weiter tragen mussten. Man ließ sie nackt in unbeheizten Räumen stehen, bis sie zusammenbrachen und sich die Zehen erfroren hatten.
Ziele und Gefangene:
Das Ziel der Einkerkerung und Folter war die Brechung des deutschen Geistes und die gewaltsame Umerziehung. Britische Besatzer erzwangen durch solche Methoden falsche Geständnisse über angebliche Verbrechen, bekamen Wirtschaftsinformationen und Informationen über deutsche Besitzeigentümer oder brachen unter den Jugendlichen den geistigen und körperlichen Widerstand durch eine komplette Gehirnwäsche. Die Betroffenen kamen dabei aus allen Berufsständen. Sie waren Lehrer, Industrielle oder Ingenieure, Händler, Importeure, Offiziere sowie Apotheker. Es
wurden nicht nur vermeintliche Nationalsozialisten eingekerkert und gefoltert,
sondern letztendlich auch Deutsche die für osteuropäische Spione gehalten wurden
oder deutsche Kommunisten.
Antifaschisten und Gutmenschen werfen heutigen Nationalsozialisten gerne vor, dass sie durch Trauermärsche wie den von Bad Nenndorf die „Opferrolle“ verdrehen wollen und von den „eigenen“ Verbrechen ablenken möchten. Tatsächlich wurden damalige „Praktiken“ von Bad Nenndorf aber bis heute von den „Befreiern“ und „Rechtssprechern“ beibehalten.
Abu-Ghuraib:
Guantanamo Bay:
Foltermethoden sind der Öffentlichkeit auch aus dem US-Militärgefängnis
Guantanamo Bay bekannt. Durchgehende Verhöre von 16 bis 18 Stunden (ein
Gefangener berichtet sogar davon, dass er 18 bis 20 Stunden lang an 48 von 54
aufeinanderfolgenden Tagen verhört wurde), Schläge, Dunkelhaft stehen auf der
Tagesordnung, genauso wie der Schlaf- oder Nahrungsentzug sowie die Verschärfung
der Haftbedingungen durch extreme Hitze und Kälte. Anfang 2004 gab das Pentagon
einen offiziellen Bericht zu den Foltervorwürfen heraus. Es wurde eingeräumt,
dass Vernehmungsbeamte Häftlinge bedrohten und auch damit drohten die Familien
zu verfolgen.
Im Jahre 2007 meldete sich außerdem ein Anwalt von mehreren Gefangenen zu Wort, weil er von den Gefangenen erfuhr, dass sie mindestens 22 Stunden pro Tag in Isolation in einer komplett aus Metall bestehenden Zelle, wo es kein Tageslicht gibt, einsitzen.
Israelische Gefängnisse:
Offiziellen Angaben zufolge wurden im israelischen Gefangenenlager von Khiyam (Südlibanon), in dem libanesische Zivilisten gefangen gehalten wurden, gefoltert und das Lager war ebenfalls für unzumutbare Haftbedingungen bekannt. Ortsbewohner berichteten, dass sie nachts immer wieder Schreie von Folterungen aus dem Lager vernahmen.
Im Gespräch mit dem Gedenkbündnis Bad Nenndorf
Die Frage nach der Kausalität ist recht einfach zu beantworten: Es besteht eine Notwendigkeit zu handeln und aktiv zu werden, deswegen handeln wir.
Bei den Hintergründen des Trauermarsches wird eine Thematik aufgegriffen, die größer und gewichtiger ist als anfangs angenommen. In Bad Nenndorf haben die alliierten Besatzer gezeigt, dass sie eben nicht als jene Befreier kamen, zu denen man sie heute zu stilisieren versucht. Der Wert der alliierten Geschichtsschreibung wird auf die Probe gestellt und die Lüge der sog. Befreiung wird hier zu Fall gebracht.
Gleichzeitig zeigen wir auf, dass diese Art der „Befreiung“ damals stattgefunden hat und auch heute noch stattfindet. Die Wahrheit von Bad Nenndorf räumt nicht nur mit der Mär einer sauberen BRD auf, sondern auch mit den Lügen, auf welche sich auch die heutigen alliierten Angriffskriege weltweit noch stützen. Die wahren Gründe für Krieg, Terror, Folter und Mord werden aufgedeckt und die Hintermänner, Kriegstreiber, Drahtzieher und letzten Endes einzigen Gewinner dieser Konflikte und ihre Interessen ins Licht der Öffentlichkeit gezerrt.
Weiter nehmen wir nicht hin, dass man die deutschen Opfer alliierter Kriegs- und Nachkriegsverbrechen zu Opfern zweiter Klasse zu degradieren versucht. Daher fordern wir in Bad Nenndorf Gerechtigkeit für alle Opfer vom alliiertem Terror, Folter und Mord. Auf dem Trauermarsch in Bad Nenndorf gedenken wir den Opfern der alliierten Kriegs- und Nachkriegsverbrechen und nennen die Täter klar beim Namen.
Unsere Aktionen richten sich somit gegen das herrschende Dogma der sog. Befreiung und wir verfolgen das Ziel dieses ein für alle Mal zu brechen und so eine lebenswerte Zukunft auch für unser Volk zu schaffen und zu sichern.
2. Eine britische Tageszeitung berichtete im Jahr 2005 von den damaligen Zuständen in Bad Nenndorf. Wie wurdet ihr darauf aufmerksam?
Wir wurden damals von dem Kameraden Thomas Wulff auf die Berichterstattung in der Presse aufmerksam gemacht. Daraufhin begannen wir uns intensiv mit der Thematik auseinanderzusetzen und begannen in der Kurstadt aktiv zu werden.
3. Wie sind die Reaktionen der Gutmenschen?
Die Reaktionen sind dieselben wie andernorts auch. Es werden erfolglose Bündnisse gegen Rechts gegründet, die verzweifelt versuchen der Lage Herr zu werden und lieber eine Serie von Rückschlägen und Niederlagen in Kauf nehmen, statt zu akzeptieren, dass jene Damen und Herren nicht mächtig sind den Lauf der nationalen und sozialistischen Freiheitsbewegung zu stoppen.
4. Gibt es neben dem Trauermarsch im August weitere Veranstaltungen oder öffentlichkeitswirksame Mittel?
Parallel zu den Vorbereitungen auf den jährlichen Trauermarsch zum Folterlager Wincklerbad sind wir bemüht dafür Sorge zu tragen, dass die Hintergründe möglichst weit über die Grenzen unserer Region bekannt werden. Zwar gab es weitere vergleichbare Lager und Einrichtungen der Alliierten in den Nachkriegsjahren, doch an keinem anderen Beispiel lassen sich die Vorgehensweisen der sog. „Befreier“ besser verdeutlichen, als an dem britischen Folterlager in Bad Nenndorf.
Daher sind wir bemüht die Hintergründe weiter zu durchleuchten und die Ergebnisse unserer Recherchearbeiten in die Öffentlichkeit zu tragen. Wir beleuchten wie in verschiedenen Kampagnen die Geschehnisse und stellen die Hintergründe und gesicherten Aussagen von Zeitzeugen vor. Zeigen auf wie man das Thema in die heutige Widerstandsarbeit miteinbezieht etc. Dies geschieht bspw. auf den von uns angebotenen Themenabenden, aber auch durch das Veröffentlichen und Verteilen von Hintergrundberichten und Flugblättern. Natürlich sind wir auch mit Info-Ständen auf verschiedenen Veranstaltungen vertreten und ermöglichen, dass in einem persönlichen Gespräch informiert werden kann.
5. Vor kurzem wurde von euch eine 24-seitige Schrift über Bad Nenndorf herausgegeben. Es heißt, dass auch Zeitzeugen zu Wort kommen. Was wird dem Leser genau vermittelt?
Im Inhalt des Heftes werden die Hintergründe des Folterlagers Wincklerbad behandelt, dabei werden historische Fakten und Tatsachen mit Aussagen und Schilderungen von Zeitzeugen, welche selbst im Wincklerbad interniert waren, ergänzt. So ermöglichen wir neben einem authentischen Einblick in die Geschehnisse des alliierten Folterlagers auch eine Kontrastdarstellung zur bisherigen Geschichtsschreibung der Siegermächte.
6. Konntet Ihr Zeitzeugen ausfindig machen, die bereit sind Euch in eurer Arbeit beispielsweise mit Bekanntgabe von Informationen zu unterstützen?
Bisweilen gestaltet sich die Arbeit mit Zeitzeugen recht schwierig. Viele suchen gezielt Kontakt zu uns oder sprechen mit uns während unserer politischen Arbeit vor Ort über das Thema. Doch noch immer herrschen Angst und Verzweiflung bei den Volksgenossen und so sind bisher nur die wenigsten bereit ihre Aussagen beglaubigt niederschreiben zu lassen, oder sonst wie verwendet zu wissen.
Es wird unheimlich viel Druck durch die Medien, Stadt- und Gemeindevertreter, Vertreter von jüdischen Gemeinden und DGB auf die Menschen vor Ort ausgeübt. Wer die Angst vor dem damaligen Schrecken überwunden hat, hat nun Angst nach einer Aussage zu den Geschehnissen gesellschaftlich geächtet zu werden und danach völlig allein und sozial isoliert dazustehen. Es ist notwendig, dass wir mit Zeitzeugen besonders achtsam umgehen, dass die Arbeit eine sehr langwierige und sensible ist.
Anders ist es bei den Internierten welche einmal einen Eid schworen und diesen niemals gebrochen haben. Immer mehr Meldungen gehen ein und die Arbeit mit Zeitzeugen von außerhalb beginnt gerade erst richtig. Oft ist es aber auch so, dass wir uns nur noch auf die Aussagen von Dritten, meist Angehörige und Hinterbliebene, berufen können, welche natürlich nicht die gleiche Wertigkeit besitzen, wie Informationen aus erster Hand.
Deshalb haben wir auch in der Broschüre bisher nur jenes veröffentlicht, was in verschiedenen Schriftstücken, Büchern, Berichten, Reportagen, Artikeln usw. bis jetzt schwarz auf weiß vorliegt. Dabei handelt es sich jedoch auch um Quellen, die bisher vielen unbekannt waren.
7. Was ist es für ein Gefühl, wenn Ihr mit Zeitzeugen in Kontakt kommt und diese von den Erlebnissen erzählen?
Einerseits sind alle Aktivisten hocherfreut den richtigen Ton angeschlagen zu haben, wenn sie von Personen, welche direkt mit den Gräuel der Nachkriegszeit konfrontiert waren, gesagt bekommen, dass wir uns auf dem richtigen Wege befinden. Andererseits stimmt es jedoch traurig, wenn alte Volksgenossen endlich, nach über 60 Jahren voller Kummer, ihrem erlebten Leid freien Lauf lassen. Besonders möchten wir hier das unterschiedliche Verhalten am Beispiel von zwei älteren Damen aufzeigen.
Die eine Dame sprach uns direkt während unserer Aufklärungsarbeit vor Ort an. Ihr stiegen die Tränen in die Augen als sie endlich ihr Herz ausschütten konnte, dann lief ihr eine Träne übers Gesicht als sie von den Schrecken, die auch sie miterleben und selbst ertragen musste, berichtete. Eine andere Dame, welche wir ansprachen, wurde geradezu panisch, weil sie nicht damit gerechnet hatte, dass sie noch einmal mit diesem Thema in Berührung kommt. Sie bat um Verständnis und erklärte uns, dass sie die Erlebnisse verdrängt hatte und sich vorgenommen hat, dass sie nie jemandem über das Erlebte erzählen wollte.
Am letzten Fall ist deutlich zu erkennen, dass hier die Angst noch so tief in ihrer Seele sitzt. Diese Angst, dieses Leid das noch so tief sitzt betrübt uns nicht mehr nur, es macht uns wütend und weckt unseren Zorn. Zorn auf die Kriegstreiber, Zorn auf die Gutmenschen und Zorn auf die Freiheit und Gleichheit predigenden BRD-Demokraten.
Wenn man diese unglaublichen Geschichten des Grauens hört, dann ist es für uns nicht nachvollziehbar, dass es Gutmenschen und Linke gibt, die ihre Veranstaltungen unter dem Motto „Ihr trauert - wir feiern“ anmelden... „Nestbeschmutzer“ ist wohl das Harmloseste was einem aufrichtigen, ehrlichen Volksgenossen dazu in den Sinn kommt.
8. Wie kann man euch und eure Arbeit am sinnvollsten unterstützen und wie sah es mit der bisherigen Unterstützung nationaler Aktivisten aus?
Die beste Unterstützung für unsere Arbeit ist selbstverständlich die Eigeninitiative des einzelnen Kameraden in dessen Region, der über die Ergebnisse unserer Arbeit informiert. Dazu gehört bspw. das Anfordern und Verteilen von Informationsmaterial. Sofern die Existenz von weiteren Zeitzeugen bekannt werden sollte, so wäre es eine große Hilfe diese an uns zu vermitteln, damit wir die persönlichen Schicksale und Schilderungen sichern und festhalten können. Auch ist finanzielle Unterstützung notwendig, damit wir möglichst effektive und ergiebige Hintergrundarbeit betreiben können.
Was die Unterstützung aus den Reihen der Bewegung betrifft, so haben wir in den vergangenen Jahren viele Formen der Unterstützung erfahren können. Sei es der Kamerad als Verfasser eines Textes oder Flugblattes, der Kamerad mit eigenem Versandhandel, der uns finanziell bei der Herstellung der Flugblättern unterstützt oder der Kamerad, der die Flugblätter anschließend verteilt hat. Sei es der Kamerad als Anmelder, Versammlungsleiter, Redner oder Teilnehmer auf dem Trauermarsch oder der Jurist, welcher unsere Rechte gegenüber den Behörden durchgesetzt. Die Liste der Helfer ist über die Jahre lang geworden. Jeder Einzelne wurde zu einem Teil des großen Ganzen.
9. Was plant ihr für die Zukunft? Für die Zukunft planen wir die Hintergründe des alliierten Folterlagers möglichst lückenlos benennen zu können. Die unzensierte Wahrheit über die Hintergründe ist einer der Mosaiksteine, die unserer Freiheitsbewegung zum Sieg verhelfen wird. Daher besteht die Notwendigkeit, dass wir uns auch in Zukunft intensiv mit dem Thema befassen.
10. Vielen Dank für eure Beantwortung der Fragen. Die letzten Worte gehören euch.
Wer Interesse hat oder Möglichkeiten sieht uns in beliebiger Art und Weise zu unterstützen, den bitten wir sich bei uns zu melden. Wichtig ist, dass jeder in seinem Umfeld die alten Kameraden fragt, ob sie etwas wissen oder gar weitere zur Aussage bereite Zeitzeugen benennen können. Wir sichern an dieser Stelle zu, dass wir Informationen vertrauensvoll und diskret behandeln.
Abschließend bedanken wir uns für das Interesse an unserer Arbeit und würden uns freuen, wenn auch in diesem Jahr der Trauermarsch am 1. August gut besucht sein wird. Nichts für uns - alles für Heimat und Volk!
Kontakt unter: [kontakt@gedenken-badnenndorf.info]
Themenverweise:
Bad Nenndorf: [www.gedenken-badnenndorf.info]
Abu-Ghuraib:
Guantanamo Bay:
Israelische Gefängnisse:
Khiyam:
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